Schreibtische
Teil von Arbeitsplatzlicht nach Sehaufgabe, Raum und Tageslicht planen
Lichtfarbe im Büro nach Wirkung, Kelvin und Farbwiedergabe auswählen
Lichtfarbe im Büro richtig wählen: warmweiß, neutralweiß und tageslichtweiß im Vergleich, Kelvinbereiche nach DGUV sowie Ra mindestens 80 als Mindestanforderung.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Kelvin beschreibt nur die Farbtemperatur einer Lampe, nicht ihre Helligkeit.
- Warmweiß liegt unter 3300 K, neutralweiß zwischen 3300 K und 5300 K, tageslichtweiß über 5300 K.
- Für Bildschirm- und Büroarbeit sollen Lampen mindestens Ra 80 erreichen.
Was Kelvin beschreibt und was nicht
Die Farbtemperatur in Kelvin sagt, wie warm oder kühl das Licht einer Lampe wirkt. Sie sagt nichts über die Lichtmenge. Diese steckt in Beleuchtungsstärke und Lichtstrom. Lichtfarbe und Beleuchtungsstärke beeinflussen gemeinsam den Helligkeitseindruck eines Raumes. Wer nur den Kelvinwert ändert, verändert die Stimmung, nicht automatisch die Ausleuchtung.
Warmweiß, neutralweiß, tageslichtweiß
Die Lichtfarbe der Lampen wird entsprechend ihrer ähnlichsten Farbtemperatur in drei Gruppen eingeteilt: warmweiß (ww) unter 3300 K, neutralweiß (nw) 3300 K bis 5300 K und tageslichtweiß (tw) über 5300 K. Das ergibt die Einteilung der Lichtfarben nach der Farbtemperatur. Warmweißes Licht hat einen relativ hohen Rotanteil und bewirkt eine etwas wohnlichere Stimmung.
Neutralweißes Licht weist ein ausgeglichenes Spektrum auf und wirkt eher sachlich. Tageslichtweißes Licht hat einen relativ hohen Blauanteil und wird bei 500 Lux vor allem abends eher als unangenehm empfunden. Welche Lichtfarbe sinnvoll ist, hängt davon ab, welche Wirkung im Raum erzielt werden soll, so die Empfehlung zur Lichtfarbe für Bildschirmarbeitsplätze.
| Lichtfarbe | Farbtemperatur | Wirkung im Raum | Vorbehalt |
|---|---|---|---|
| warmweiß (ww) | unter 3300 K | wohnlicher, hoher Rotanteil | sachliche Bürowirkung geht verloren |
| neutralweiß (nw) | 3300 K bis 5300 K | ausgeglichenes Spektrum, eher sachlich | keine |
| tageslichtweiß (tw) | über 5300 K | hoher Blauanteil, kühler | bei 500 Lux abends eher unangenehm |
Mischbetrieb mit Tageslicht: Tageslicht ändert Farbtemperatur und Beleuchtungsstärke im Tagesverlauf. Die künstliche Beleuchtung kann zeitweise gedimmt oder abgeschaltet werden. Deshalb lässt sich die Lichtfarbe nicht allein aus der Uhrzeit ableiten.
Farbwiedergabeindex Ra 80 als Mindestanforderung
Um eine gute Farbwiedergabe zu erreichen, ist darauf zu achten, dass die Lampen mindestens den Farbwiedergabeindex Ra = 80 aufweisen. Der dreiziffrige Lampencode bündelt beide Angaben: Die erste Ziffer steht für die Farbwiedergabe, die beiden folgenden Ziffern für die Lichtfarbe. Der Code 840 bedeutet 8xx gleich Ra mindestens 80 und x40 gleich 4000 K, also neutralweiß. Beim Austausch einzelner Leuchtstofflampen ist darauf zu achten, dass gleiche Leistungsaufnahme, gleiche Lichtfarbe und gleiche Farbwiedergabe eingesetzt werden, um Mischlichtfehler zu vermeiden.
Mischung mit Tageslicht und Beleuchtungsstärke
Lichtfarbe und Farbwiedergabe gehören zu den lichttechnischen Gütemerkmalen, zu denen auch Beleuchtungsniveau, Leuchtdichteverteilung, Blendungsbegrenzung, Lichtrichtung, Schattigkeit und Flimmerfreiheit zählen. Bildschirm- und Büroarbeitsplätze müssen möglichst ausreichend Tageslicht erhalten. Da Tageslicht örtlich und zeitlich nicht immer ausreicht, ist zusätzlich eine künstliche Beleuchtung erforderlich, die alle Gütemerkmale erfüllt. Die Lichtfarbe trägt zur Gesamtwirkung bei, ersetzt aber keine ausreichende Beleuchtungsstärke.
Lampenersatz ohne Mischlichtfehler
Vor dem Nachkauf empfiehlt sich ein Blick auf den dreiziffrigen Code auf der Lampe oder Leuchte. Wird die Lichtfarbe geändert, wird dies anfangs oft als ungewohnt empfunden, nach einiger Zeit tritt häufig eine Gewöhnung ein. Wer Lampen gleicher Kennwerte nachkauft, vermeidet unbeabsichtigte Farbunterschiede im Raum. Bei dimmbaren LED-Systemen sollte zusätzlich auf flimmerfreien Betrieb geachtet werden, da im Dimmbetrieb Flimmern und Pulsation auftreten können, die durch geeignete Betriebsgeräte verhindert werden.
Entscheidungshilfe ohne Pauschalempfehlung
Eine allgemein beste Kelvinzahl gibt es nicht. Die Wahl folgt der gewünschten Raumwirkung, der vorhandenen Beleuchtungsstärke und dem Tageslichtanteil. Wer Räume mit Bildschirmarbeit plant, prüft zuerst Beleuchtungsstärke und Blendung, dann Lichtfarbe und Farbwiedergabe, und dokumentiert die Kennwerte für den späteren Lampenersatz.
Häufige Fragen
Welche Lichtfarbe unterstützt Konzentration?
Ein bestimmter Kelvinwert lässt sich dafür nicht belegen. Neutralweißes Licht mit ausgeglichenem Spektrum wirkt eher sachlich und lässt sich mit der Mindestanforderung Ra 80 kombinieren.
Was bedeutet der Code 840?
8xx steht für einen Farbwiedergabeindex Ra von mindestens 80, x40 für eine Farbtemperatur von 4000 K, also neutralweißes Licht.
Wird tageslichtweißes Licht bei Bildschirmarbeit empfohlen?
Tageslichtweiß liegt über 5300 K und hat einen hohen Blauanteil. Bei 500 Lux wird es vor allem abends eher als unangenehm empfunden, deshalb ist die Tageszeit bei der Wahl zu berücksichtigen.